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Prunkschrank Japonismus Monumentales Unikatmöbel. Ebonisiertes Palisander und Palisanderfurnier auf Eiche; fein ziselierte, partiell àjour gearbeitete und vergoldete Bronzen; dunkelroter Samt; originales geschliffenes Glas. Ein in der Funktion europäisches, in der Optik japanisches Möbel mit zentraler Vitrine auf einem geschlossenen Unterbau mit sechs Schüben, einer Doppeltür und zwei einfachen Türen. Das große Vitrinenfach mit drei Einlegeböden, flankiert von sechs kleinen Fächern und Stellagen in symmetrisch gestaffelter Anordnung. Japonisierend geschweifter Giebel, optisch getragen von zwei seitlichen facettierten Holzsäulen, um die sich große goldene Bronzedrachen winden. Alle Türschlösser mit originalen Schlüsseln und partiell signiert "THÉAU SERRURIER PARIS". Jeder der zehn Schlüsselköpfe dem durchbrochen gearbeiteten ligierten Monogramm EL im Quadrat. H 294,6; B 281,5; T 78,5 cm. Paris, Edouard Lièvre, um 1877. Provenienz Auftragsarbeit für das Appartement von Edouard Detaille (1848 - 1912) am Boulevard Malesherbes 129 im 17. Arrondissement; versteigert in der Nachlassauktion Edouard Detaille im Drouot am 10. und 11. März 1913 von Maître F. Lair-Dubreuil und den Experten G. Duchesne und R. Duplan. Verst. Sotheby´s New York 2004. Die Zuschreibung an Edouard Lièvre sowie die Provenienz bestätigt von Roberto Polo 2008. Literatur Zu Lièvre s. Katalog Optima Propagare. Edouard Lièvre. Créateur de meubles & objets d´arts, Galerie Roxane Rodriguez, Paris 2004 Roberto Polo, Edouard Lièvre. Un créateur des arts décoratifs au XIXième siècle, in: L´Objet d´Art, September 2004, S. 102 ff. Connaissance des Arts, Edouard Lièvre, Paris 2004, mit den wichtigen Artikeln über Lièvre von Daniel Alcouffe (Conservateur honoraire au Museé du Louvre) und Odile Nouvel-Kammerer (Conservateur en chef au Museé des Arts Décoratifs Paris ) sowie Roberto Polo. Dort auf S. 32 ein Edouard Lièvre signiertes, ähnliches Möbel, gleichfalls aus Palisander und mit fast identischen Bronzebeschlägen, das aus seinem Haushalt stammt und in der ersten der beiden Nachlassauktionen 1887 verkauft wurde. Der Beginn der europäischen Japanmode ist mit der Weltausstellung in Paris 1867 zu datieren. Erstmals stellte dort das über Jahrhunderte für Europa weitgehend verschlossene Japan aus. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die zauberhaften japanischen Kunstobjekte kennen zu lernen, Holzschnitte, Metallarbeiten, Porzellane - und nicht zuletzt die Lacke und Möbel. Gerade bei den Pariser Entwerfern entwickelte sich der neue japanische Einfluss besonders fruchtbar und durchwachsen von der wieder erinnerten Chinamode des 18. Jahrhunderts. Nicht die sklavische Kopie sondern die freie Kombination mit Elementen der asiatischen Kulturen wurden zum Maßstab der zeitgenössischen Produktionen. Einer der Protagonisten dieser ersten frühen Zeit ist der 1829 geborene Edouard Lièvre, der Malerei unter Thomas Couture studierte. Sein erstes großes Werk als Designer von Kunstobjekten ist die Grand vase persan für die Firma Christofle 1874. Von da an war Lièvre regelmäßig beteiligt an den großen Pariser Ausstellungen und besucht von den illustren Käufern der Zeit wie z.B. der Schauspielerin Sarah Bernhardt oder von dem Direktor der Keramikfabrik in Bordeaux, Albert Vieillard, einer der ersten großen Japonismus-Sammler. Die berühmten, für Vieillard entworfenen Möbel stehen heute im Musée d´Orsay in Paris. Nach dem frühen Tod von Lièvre 1886 erwarben George und Henri Pannier seine Zeichnungen und produzierten nach diesen wenige Objekte mit kleinen individuellen Varianten. Über das elegante Pariser Einrichtungsgeschäft Escalier de Cristal, das die Panniers betrieben, wurden die Kunstobjekte weltweit verkauft. So erwarb z.B. der Großfürst Vladimir von Russland einen Kabinettschrank, der heute in der Eremitage St. Petersburg steht. Die Objekte, die von Escalier de Cristal produziert wurden, sind häufig gestempelt oder mit einem Etikett beklebt, wie z.B. das vorhergehende Lot dieser Auktion, der kleine Schreibtisch mit dem Japanlack.
A unique and monumental japonesque gilt bronze mounted ebonized rosewood vitrine by Edouard Lièvre, Paris, c. 1877. Original cut glass pane, dark velvet cover to the back of the shelves. Symmetrically built furniture with five doors to each side and six drawers in the lower part as well as numerous shelves. The door locks stamped “Théau Serrurier Paris”. Each of the ten keys with interlaced monogram EL. Fine details to bronzes. Height 115.98 in. Width 110.83 in. Deepth 30.91 in. Provenance Commissional work for the living room of the townhouse of Edouard Detaille, Boulevard Malesherbes 129 in Paris. Sold at the Edouard Detaille estate sale in the Hôtel Drouot in March 1913. Sold for a second time in the Sotheby´s New York sale on October 8th, 2004, lot 189. The attribution to Edouard Lièvre and the provenance confirmed by Roberto Polo, the “universally accepted authority on the French painter and designer Edouard Lièvre”. “In recent years we rediscover the nineteenth century and recognize Lièvre as the greatest French decorative artist of his period. The important prices which his creations begin to attain attest to this. This ascent is due to the originality, superb quality and rarity of his work (…) Edouard Lièvre placed himself as the figure head of a nineteenth century which, little by little, substitutes the eighteenth, thanks to an equal level of splendour and because major pieces are still available.” (Connaissance des Arts, 2004, with special thanks to Roberto Polo, Daniel Alcouffe, Conservateur honoraire au Museé du Louvre, and Odile Nouvel-Kammerer, Conservateur en chef au Museé des Arts Décoratifs Paris).
Роскошный японский шкаф Высота: 294,6 см Ширина: 281,5 см Глубина: 78,5 см
Париж, мастер Edouard Lièvre (Эдуард Левре), около 1877 года. Уникальный экземпляр, изготовлен из дубового массива, покрытого палисандровым шпоном и лаком, и украшен чеканными элементами. Каждый из десяти ключей шкафа имеет монограмму: E L.
Шкаф был заказан для апартаментов Edouard (Эдуард Детаиль) (1848 – 1912) и был продан наследниками владельца на аукционе 10 и 11 марта 1913 года. В последний раз шкаф был продан на аукционе Сотби (Sotheby’s) в Нью-Йорке в 2004 году.
В 2008 году эксперт Roberto Polo (Роберто Поло) подтвердил, что шкаф изготовлен мастером Edouard Lièvre (Эдуард Левре) и принадлежал Edouard Detaille (Эдуард Детаиль).
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